Display statt Wahlplakat aus Pappe

Die Zeit vor einer Wahl wird oftmals bestimmt durch den Einsatz von Wahlplakaten verschiedener Art. Doch statt moderne Mittel der Kommunikation zu nutzen, setzen viele Parteien immer noch auf altbewährte Mittel wie Wahlplakate, von denen dann mehr oder weniger bekannte Gesichter mit bekannten Slogans auf Fußgänger und Autofahrer herab lächeln. Doch was würde geschehen, wenn die Wahlplakate nicht wie bisher aus Pappe wären, sondern stattdessen moderne Displays benutzt würden?

Zuerst einmal gäbe es natürlich einige Probleme. Der Diebstahlschutz fällt einem hier zuerst ein. Schon normale Wahlplakate gehen öfter einmal verloren. Auch die Stromversorgung wäre bei einem Display eine ganz neue Herausforderung, vom Preis einmal ganz abgesehen. Doch wenn dies alles geregelt wäre, was wäre die Auswirkung dieser modernen Wahlplakate?

Zweifellos würden nicht mehr nur Gesichter auf den Wahlplakaten erscheinen. Statt dessen könnten komplette Werbefilmchen gezeigt werden. Dies aber hauptsächlich in Fußgängerzonen, denn Autofahrer hätten im Vorbeifahren keine Zeit, den ganzen Film zu sehen. Außerdem wäre die Ablenkung sehr gefährlich. An Straßen würden eher Bilderfolgen erscheinen. Bei den konservativen Parteien wohl überwiegend die bekannten Gesichter. Moderne Parteien hingegen würden eher die Tweets ihrer Kandidaten einbauen oder Meldungen über diese. So könnte auf jedem Display einer Partei erscheinen „Unser Kandidat X ist jetzt auf dem Marktplatz! Stellen Sie ihm Fragen!“
Die Filme hingegen, die in den Fußgängerzonen gezeigt würden, wären sicherlich auch mit Ton verbunden. Es könnten Parlamentsdebatten zu einem aktuellem Thema gezeigt werden oder eine Übertragung von der Veranstaltung eines Kandidaten. Es könnten so auch weiter entfernt befindliche Menschen eingebunden werden. Das Display zeigt den Kandidaten, und per SMS kann jeder Interessierte Fragen einsenden, die dann live beantwortet werden.

Vielleicht ist das moderne Wahlkampfmaterial der Zukunft aber auch interaktiv im direkten Sinn. Touchscreens böten eine direktere Form der Wahlplakate-Auswahl. Nicht mehr derjenige, der das Display aufhängt entscheidet über das Motiv, sondern der moderne Wähler entscheidet selbst. Das hätte für die Parteien gleich noch den Vorteil, dass sie tagesaktuell erfahren würden, welches Thema ihre potentiellen Wähler besonders anspricht. Oder die Wähler laden gleich selbst ihre Spots auf ein Display hoch.
Denkbar wäre auch, solche Wahlplakate nicht nur für einen Zweck zu nutzen. So könnten Parteien auf dem Display ihnen nahe stehende Organisationen bewerben und von deren Ruf profitieren. Greenpeace würde dann auf dem Wahlplakat der Grünen von Ölverschmutzungen berichten und bei der FDP liefen vielleicht Börsenberichte. Was auch immer geschehen würde, die moderne Art der Parteienwerbung wäre mit Sicherheit sehr interessant.

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